Gedenksteine in Rochwitz
Bismarckstein
Anlässlich des 80. Geburtstags Otto von Bismarcks ließ die Gemeinde Rochwitz 1895 einen Gedenkstein aufstellen.Sie folgte damit einer breiten Bewegung in zahllosen Orten, die Bismarck durch die Errichtung von Türmen, Denkmälern und Steinen Dank für die Einigung der deutschen Kleinstaaten und die Gründung des Deutschen Reiches erweisen wollten. An seinem 80. Geburtstag erhielt Bismarck darüber hinaus 378 Ehrenbürgerschaften verliehen.
Nach seinem Tod steigerte sich die Verehrung dann in einen nahezu religiösen Kult, der gleichzeitig aber auch Ausdruck nationaler Überheblichkeit war.
Der Rochwitzer Bismarckstein, ein grob behauener Granitblock mit rundem Bronzemedaillon, eingefasst von einem niedrigen Eisenzaun, stand an der Ecke Hutbergstraße / Altrochwitz vor dem Schulgebäude.
![]() Ansichtskarte um 1910 |
![]() Bismarckstein 1997 Foto: Sammlung Karl Richter |
![]() Ein klägliches Bild: Der abgelegte Bismarckstein vor der Fluchttreppe 2014 Foto: JB |
Quellen: Elbhangkurier 1/99, Hans Thieme, Marlis Behrisch
König-Albert-Stein
Dieser Gedenkstein befindet sich an der Ecke Tännicht-/Krügerstraße. Er wurde ebenfalls von der Gemeinde Rochwitz gestiftet.Albert von Sachsen (1828 bis 1902) regierte ab 1873. Seine Regentschaft war geprägt durch die Eingliederung Sachsens in das Deutsche Reich, die Aussöhnung mit Preußen sowie umfassende Sozial- und Steuerreformen.
![]() Der König-Albert-Stein auf einer historischen Postkarte Foto: Sammlung Karl Richter |
![]() Historische Postkarte mit dem Café Reichelt Foto: Sammlung Karl Richter |

Die heutige Krügerstraße am Albertstein
Foto: Deutsche Fotothek
Die Inschrift lautet:
1898 29. April
Sr. Majestät und König
Albert
am 70. Geburtstag
u. 25 jähr. Reg.-Jubiläum
in treuer Verehrung gewidmet
von der Gemeinde Rochwitz.
1898 29. April
Sr. Majestät und König
Albert
am 70. Geburtstag
u. 25 jähr. Reg.-Jubiläum
in treuer Verehrung gewidmet
von der Gemeinde Rochwitz.
Im Jahr 2015 wurde mit der Restaurierung des Gedenksteins durch Rochwitzer Bürger begonnen.
Nachdem der Stein freigelegt und gereinigt worden war, bereiteten Rolf Gäbel und Heinz Geiger eine ebene Fläche für das Medaillon vor. Dessen Anfertigung übernahm die Weinböhlaer Firma Form und Abbild Effenberger. Als Material wurde ein heller Gussmarmor gewählt, der besser mit dem grauen Granitblock kontrastiert, als Bronze und - ganz nebenbei - keinen Reiz für Buntmetalldiebe hat.
Herr Gäbel übernahm auch die fachkundige Restaurierung der Beschriftung, die er im Mai 2016 beendete.
Die Wiederherstellung des Steins wurde durch Spenden aus dem Verkauf der Rochwitz- und Schulchroniken sowie private Zuwendungen ermöglicht.
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